Digitale Diversifikation:
Welche Digitalinvestitionen sind für uns sinnvoll?

Eine digitale Diversifikation lohnt sich nicht für jedes Unternehmen. Vor der Entscheidung sollten Sie daher die Alternativen sowie Chancen und Risiken kritisch überprüfen. Welche Art der Diversifikation Sie am besten verfolgen und wie Sie vorgehen, hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen ab.

Digitale Investitionen sind nicht für jedes Unternehmen sinnvoll. Wer keinerlei Erfahrung auf schnelllebigen, teils disruptiven und stark datengetriebenen digitalen Märkten hat, wird sich mit der Marktdurchdringung sehr schwertun. Um Renditen abzuschöpfen, kann die Investition in analoge Geschäftsfelder und sich konsolidierende Märkte die bessere Alternative sein.

Prüfen Sie bestehende Möglichkeiten gründlich und machen Sie sich bewusst, dass die digitale Diversifikation zahlreiche neue Herausforderungen für Sie bereithalten wird. Entscheiden Sie sich bewusst, ob Sie sich einer strategischen Restrukturierung wirklich stellen wollen – und gehen Sie dieses Vorhaben keinesfalls ohne eine klare Strategie an!


Was bedeutet eigentlich digitale Diversifikation?

Eine digitale Diversifikation kann verschiedene Formen der Geschäftsfelderweiterung umfassen, die ganz unterschiedliche Strategien erfordern: Möchten Sie ein bereits bestehendes Produkt digital erweitern? Oder möchten sie vollkommen neue Produkte entwickeln, die erst durch die Digitalisierung möglich werden? Möchten Sie horizontal diversifizieren und Ihre bestehende Produktpalette inhaltlich oder zielgruppenspezifisch durch digitale Produkte ergänzen? Planen Sie in einer vertikalen Diversifikation vor- oder nachgelagerte Leistungen aus der Wertschöpfungskette als Wettbewerbsleistung anzubieten? Oder setzen Sie mit einer lateralen Diversifikation auf Risiko und entwickeln von Ihrem bisherigem Portfolio ganz unabhängige Produktideen im digitalen Markt?


Fundieren Sie Ihre Entscheidung auf stabilen Daten

Für welche dieser Möglichkeiten Sie sich entscheiden, hängt ganz individuell von den Voraussetzungen und Ressourcen Ihres Unternehmens ab. Gleichzeitig entscheidet die Marktsituation über Erfolgschancen und Risiken der jeweiligen Diversifikationsstrategie. Eine umfassende Wachstums- und Wettbewerbsanalyse gehört im Entscheidungsprozess daher ebenso zum Pflichtprogramm wie eine gründliche Potential– und Risikoanalyse.

Achten Sie darauf, dass die anvisierte Investition sinnvoll mit Ihrer Produkt- und Preisstrategie harmoniert und beziehen Sie bereits hier die speziellen Voraussetzungen digitaler Geschäftsmodelle, insbesondere des digitalen Marketings, in Ihre Überlegungen ein.


Organische oder anorganische Diversifikation?

Ob Sie sich für den Zukauf externer Digitalunternehmen oder ein internes digitales Business Development entscheiden, hängt von Ihren Prioritäten ab: Wollen Sie möglichst schnell mit einer funktionierenden Organisation durchstarten? Oder ist Zeit kein primärer Faktor, wenn Sie dafür von Anfang an alle Fäden in der Hand halten? Eine Build-or-buy-Analyse stellt die Vor- und Nachteile der Alternativen in Bezug auf Ihre Prioritäten gegenüber und bietet Ihnen damit eine fundierte Entscheidungsvorlage.


Verifizieren Sie die kritischen Erfolgsfaktoren Ihrer Geschäftsmodelle

Im Fall von Zukäufen sollten Sie das digitale Geschäftsmodell des Zielunternehmens in einer Digital Due Diligence unbedingt auf seine Tragfähigkeit überprüfen lassen: Sind in der Organisation alle Ressourcen und Kompetenzen vorhanden, um den unruhigen Entwicklungen des digitalen Ökosystems standzuhalten?

Bei einem internen Business Development hat sich der Proof-of-Concept-Ansatz bewährt. Entwickeln Sie mit geringem Budget zunächst eine marktfähige Minimalversion Ihres Geschäftsmodells. Erst wenn das Minimum Viable Product funktioniert, skalieren Sie das Geschäftsmodell auf die gewünschte Größe und passen Digitalstrategie und Businessplanung entsprechend an.

Ein Mittelweg liegt in der Beauftragung eines Interimsmanagers. Damit legen Sie die Entwicklung der Digitaleinheit nach Ihren Wünschen in erfahrene Hände und können sie anschließend „schlüsselfertig“ übernehmen.


Integrieren Sie die Digitaleinheit erfolgreich in Ihre Organisation

Unabhängig davon, ob Sie kaufen oder organisch wachsen: Die neue Digitaleinheit soll ein Teil Ihres Unternehmens werden. Sie wünschen sich mit Recht eine effektive und harmonische Zusammenarbeit. Mit der entsprechenden Kompetenzentwicklung und einem gründlichen Training on the Job können Sie möglicherweise bestehendes Fach- und Führungspersonal in die Digitalorganisation einbinden. Über optimal abgestimmte Recruiting-Konzepte rekrutieren Sie zusätzlich notwendige externe Kompetenzträger.

Ihr neues Organisationskonzept sollte aber nicht nur neue und bestehende Strukturen optimieren, sondern auch aufeinander einstimmen. Das bedeutet für die bestehenden Unternehmensbereiche ebenfalls eine Organisationsentwicklung entsprechend den spezifischen digitalen Erfordernissen.

Ein erfolgreiches Change-Management umfasst alle Organisationsbestandteile und Prozesse.

Sie sollten in der Digitaleinheit also nicht nur eine gezielte Führungskräfteentwicklung betreiben, sondern die Führungskräfte im gesamten Unternehmen mit den Anforderungen des Digital Leaderships vertraut machen. An ihnen liegt es schließlich, dass mittelfristig alle Mitarbeiter im Unternehmen gemeinsam Ihre Digitalstrategie stützen, um eine erfolgreiche digitale Transformation zu gewährleisten.

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