M&A Digitalunternehmen:
Wie identifizieren wir Werttreiber, Schwachstellen und Risiken beim Kauf von Digitalunternehmen?

Um in erfolgreiche Digitalunternehmen zu investieren, müssen Sie die digitalen Werttreiber und Risiken der Unternehmen verstehen und kritisch hinterfragen. Welche Key-Performance-Indikatoren sind im digitalen Ökosystem des Unternehmens erfolgskritisch? Welche Abhängigkeiten und disruptiven Entwicklungen bedrohen das digitale Geschäftsmodell? Kann das Team Veränderungsbedarf wahrnehmen und richtig reagieren?

Digitale Geschäftsmodelle werden durch Veränderungen im digitalen Ökosystem maßgeblich und häufig disruptiv beeinflusst. Ob sich die Investition in ein Digitalunternehmen lohnt, können daher auch erfahrene Investoren und Unternehmenskäufer nicht mit Leichtigkeit beurteilen.

Investieren Sie in ein funktionierendes Geschäftsmodell oder eine Nullnummer? Wie nachhaltig ist das dynamische Wachstum des Zielunternehmens wirklich? Die speziellen digitalen Potentiale, Chancen und Risiken einzuordnen und zu bewerten erfordert Spezialkenntnisse aus langjähriger Praxis.


Digitale Geschäftsmodelle haben eigene erfolgskritische Faktoren

Wer Unternehmen nach herkömmlichen Kriterien prüft, hat die wesentlichen Erfolgsfaktoren und Risiken der Digitalgeschäfte selten vor Augen. Dass bereits eine kleine Veränderung im Google- oder Facebook-Algorithmus den Sinn ganzer Geschäftsmodelle in Frage stellen kann, sollte in der Bewertung eines Zielunternehmens unbedingt berücksichtigt werden.

Neben der wirtschaftlichen Überprüfung im Rahmen einer Commercial Due Diligence ist beim Erwerb von Digitalunternehmen Spezialwissen über digitale Leistungsfaktoren von hoher Relevanz. Eine Digital Due Diligence überprüft neben den herkömmlichen kommerziellen Hebeln und der IT-Infrastruktur auch das digitale Ökosystem, in dem das Unternehmen agiert. Wie generiert das Unternehmen zum Beispiel Reichweite, Conversion und Leads? Welche Abhängigkeiten bestehen, zum Beispiel von den Big Playern der Digitalindustrie? Passen die digitalen Leistungsfaktoren überhaupt zum verfolgten digitalen Geschäftsmodell?


Welche Rolle spielt die IT im Zielunternehmen?

Eine sorgfältige Digital Due Diligence schließt eine IT Due Diligence regelmäßig ein. Ein wesentlicher Anteil des Unternehmenserfolgs wird in Digitalunternehmen durch IT-Leistungen generiert.

Wie gut sind Produktentwicklung und IT aufeinander abgestimmt? Wie agil kann das Unternehmen auf neue (Markt-)Anforderungen reagieren? Welche Dienstleister unterstützen die IT und wie eng werden sie geführt? Wie gut sind die IT-Prozesse dokumentiert? Solche und weitere Fragen stellen sich auf operativer Ebene.

Dass es auch und besonders in der IT eine strategische Dimension gibt, wird bei einer solchen Überprüfung oftmals übersehen. Dabei stellen sich auch hier maßgebliche Fragen zu Kostenstrukturen und möglichen Risiken: Gibt es im Unternehmen überhaupt eine IT-Strategie? Wenn ja, wie ist das Verhältnis von IT- und Gesamtstrategie? Fungiert die IT lediglich als interner Dienstleister oder greifen beide Strategien ineinander und gewährleisten optimal aufeinander abgestimmte Prozesse?


Erfolgsfaktor digitales Personal

Ebenso relevant ist es, die Kompetenzen des Personals und natürlich auch des Managements zutreffend einschätzen zu können. Mehr noch als in analogen Geschäftsmodellen stellt die personelle Besetzung einen Kernwert der Unternehmensentwicklung dar. Wie gut beherrschen die Mitarbeiter das digitale Handwerk? Haben sie die richtigen Kennzahlen im Blick und können diese korrekt interpretieren?

Fast noch wichtiger als das Bestandsgeschäft ist die Wandlungsfähigkeit des Unternehmens: Wie gut erkennen die Mitarbeiter und Führungskräfte den Veränderungsbedarf im schnelllebigen Digitalgeschäft? Wie rasch können sie sich auf veränderte Voraussetzungen einstellen? Entspricht der Organisations- und Führungsstil den Anforderungen des digitalen Zeitalters? Hat die Mannschaft den Kurs unter Kontrolle? Oder geht sie im nächsten disruptiven Sturm unter?

Eine Marketing und Sales Due Diligence überprüft die Chancen und Risiken der operativen Praxis und stellt den Versprechungen der Verkäuferseite objektives Material gegenüber. Ein guter Anbieter überprüft nicht nur, ob die vorliegenden Zahlen zueinander passen, sondern auch, ob diese im gegebenen Markt stimmig zustande kommen konnten.


Die spannendste Phase beginnt nach dem Kauf

Eine gute Transaktionsberatung kann Chancen und Risiken präzise benennen, gegenüberstellen und den Unternehmenswert realistisch einschätzen helfen. Was jedoch aus Ihrem neuen Unternehmen wird, hängt nicht zuletzt von Ihren Maßnahmen nach dem Kauf ab.

Jede erstklassige Due Diligence sollte konkrete Handlungsempfehlungen für die Phase nach dem Kauf beinhalten.

Welche Risiken sollten Sie schnellstmöglich beheben, welche können warten, welche können Sie im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung tolerieren? Welche Chancen können Sie durch entschlossenes Handeln erschließen? Mit welchen Hebeln steigern Sie nach dem Kauf den Unternehmenswert? Und welche Synergiepotentiale ergeben sich mit Ihrem vorhandenen Portfolio?

Nur wer diese Fragen richtig beantwortet und durch intelligentes Management löst, schafft als Käufer einen Mehrwert. Schließlich möchten Sie, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit seinen Kaufpreis nicht nur einspielt, sondern darüber hinauswächst.

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