Business Modell und Potentialanalyse für ein kommerzielles Digitallexikon

Unser Kunde hatte das Angebot erhalten, von einem Verlag die Datenbasis eines Printlexikons zu erwerben, um diese digital zu vermarkten. Das Management bat wdp, das Potential einer solchen Vermarktung zu prüfen, um eine fundierte Kaufentscheidung treffen zu können.

Herausforderung:

Für eine fundierte Einschätzung und den Vergleich mit dem nicht-kommerziellen Wettbewerber Wikipedia war die Analyse einer extrem hohen Datenmenge erforderlich.

Die Qualitätseinordnung der Ursprungsdatenbank war ebenfalls sehr aufwendig, da wir für die einzelnen Artikel die Dauer der Gültigkeit beurteilen und die Frequenz des Überarbeitungsbedarfs einschätzen mussten.


Vorgehen:

Um das Reichweitenpotenzial und die vorhandene Contentdatenbank beurteilen zu können, begutachtete wdp zunächst die statistischen Daten der deutschsprachigen Wikipedia der letzten sechs Monate. Hierfür mussten wir zunächst ca. 170 GB Statistikrohdaten importieren, normieren und aggregieren.

Aus dieser Datenbasis ermittelten wdp einen Reichweitenüberblick der Top 300.000 Artikel. In einem Abgleich mit der zum Verkauf stehenden Contentdatenbank stellten wir fest, welche Inhalte dort bereits vorhanden waren. Anschließend kalkulierten wir die Redaktionskosten für das Nachproduzieren der fehlenden Artikel und die erforderlichen regelmäßigen Aktualisierungen. Der Wettbewerb mit den unentgeltlich vorgenommenen, hochfrequenten Aktualisierungen der Wikipedia ergab dabei sehr hohe Redaktionskosten.

Wie sind Sie denn nur an diese Daten gekommen? Wahnsinn.

In einer Businesssimulation konzipierten wir ein Modell, das für jeden Suchbegriff die Wahrscheinlichkeit für einen bestimmten Platz im Suchmaschinenranking berechnete. Über eine Exponentialfunktion konnten wir so das Reichweitenpotential ermitteln. Für die Top 120.000 Suchbegriffe ergab sich somit monatlich abgeleitet ein Suchvolumen von ca. 600 Mio Suchanfragen und ein Reichweitenpotential von ca. 150 Mio. monatlichen Nutzern.

In einem abschließenden Schritt stellten wir das Reichweiten- und Monetarisierungspotenzial den zu erwartenden Kosten gegenüber. Aus dem hohen Kaufpreisvorschlag für die Artikelbasis, der niedrigen zu erwartenden Monetarisierung (TKP) und den hohen Redaktionskosten ermittelten wir ein geringes Gewinnpotenzial.

Projektergebnis und Kundennutzen:

Der Kunde verfügte über eine strukturierte und fundierte Entscheidungsvorlage, welche die zu erwartenden Kosten und Erlöspotenziale klar auswies. Auf der Basis der von wdp gefertigten Analyse entschloss sich der Kunde gegen den Erwerb der angebotenen Artikelbasis.

Weitere Projekte