Digital Due Diligence eines Marktplatzes für Projektarbeit im technischen Non-IT-Umfeld

Ein akademischer Berufsverband beauftragte wdp mit einer Digital Due Diligence für ein potentielles Kaufobjekt zur Ergänzung seines Digitalangebots. Die Sell-Side war aktiv auf den Kunden zugekommen und hatte ihm ein Marktplatzangebot sowie ein Freelancer- und Expertenverzeichnis zum Kauf angeboten.

Der Kunde interessierte sich für die angebotene IT-Plattform, hatte aber nur geringes Interesse am bestehenden Userstamm. Das Management des Verbandes wünschte von wdp eine objektive Einschätzung des Digitalgeschäfts als Grundlage für die Kaufentscheidung.

Herausforderung:

Die Digital Due Diligence fand unter starkem Zeitdruck statt, ohne dass die Sorgfalt der umfassenden Prüfung darunter leiden durfte. Die limitierte Informationsbereitstellung durch die Sell-Side erschwerte zudem den Prüfprozess.


Vorgehen:

wdp ging nach bewährtem Konzept mit sorgfältig ausgearbeiteten Fragestellungen in den Prüfungsprozess. Zunächst wurden die wichtigsten Prüfdokumente angefordert und analysiert. Durch strukturierte Interviews mit dem CEO und CTO zu allen relevanten Bereichen wurden die alle technologischen und digitalen Voraussetzungen und Prozesse erfragt und dokumentiert.

Aufbauend auf die Ergebnisse der Interviews forderte wdp ergänzende Unterlagen an. Um das digitale Ökosystem zu berücksichtigen, griff wdp auf interne Benchmarking-Datenbanken zurück.

Mithilfe der angeforderten Dokumente, der Ergebnisse der Interviews und über konkrete Einblicke in Architektur, Systeme und Codebasis ermittelte wdp mögliche Risiken beim Kauf und einen angemessenen Kaufpreis für die vorhandenen IT-Assets.

Projektergebnis und Kundennutzen:

Der Kunde erhielt einen aussagekräftigen Red-Flag-Report und klare, begründete Einschätzungen, ob sich Risiken in der technologischen Infrastruktur kurz-, mittel- oder langfristig reduzieren ließen. Zudem lag dem Auftraggeber eine fundierte Einschätzung zum Wert der IT sowie der vorhandenen Assets im digitalen Ökosystem vor.

Die Analyse durch wdp ergab, dass sich das Unternehmen nicht wie angegeben, auf Wachstumskurs, sondern vielmehr auf dem Konsolidierungspfad befand. Da das Unternehmen lediglich über wenige relevante Schlüsselfunktionen bzw. Kompetenzträger verfügte, wiesen wir ein hohes Schlüsselpersonenrisiko aus.

Im Zuge der DDD war zudem zu erkennen, dass sämtliche Planzahlen und Strategieentwürfe erst durch den Corporate Finance Adviser eingebracht worden waren, das Unternehmen also zuvor keinen oder nur geringen klaren strategischen Vorgaben gefolgt war. Der Wert der IT-Plattform, die im Kern des Kundeninteresses lag, wurde von uns auf etwa 15-20 Prozent des Mindestgebots geschätzt.

Auf Basis unserer Analyse entschied sich der Kunde, mit einem sehr niedrigen Kaufpreisangebot in die Verhandlungen zu gehen; ein Kauf kam zu diesen Bedingungen nicht zustande.

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