Digitalstrategie für einen führenden nationalen Zeitungskonzern

Für einen führenden Zeitungsverlag sollte wdp eine kohärente Digital-Strategie entwickeln, um jahrelange Verluste zu beenden und eine klare wirtschaftliche Perspektive für das Digitalgeschäft zu entwickeln.

Herausforderung:

Der Verlag hatte seit etwa 10 Jahren in einen Ausbau seiner Online-Portale investiert, ohne dabei klare Erfolge zu erzielen. Der Ausbau des Digitalgeschäftes war bislang getrennt und unabhängig von den jeweiligen Zeitungsorganisationen betrieben worden, die sich aufgrund der ungeklärten Zuständigkeiten auf keine gemeinsame Zusammenarbeit im Digitalbereich verständigen konnten.

Die redaktionellen Online-Angebote verzeichneten fortlaufende jährliche Verluste in mehrstelliger Millionenhöhe. Neue Geschäftsmodelle wie etwa digitale Rubrikenmärkte oder Marktplätze wurden nicht strukturiert erschlossen. In der Folge war der Verlag im Digitalgeschäft gegenüber dem Wettbewerb weit abgeschlagen.

Die Gesellschafter und die Geschäftsführung wünschten ein Ende der fortlaufenden Verluste und zugleich eine klare Perspektive für das Digitalgeschäft. wdp sollte hierzu einerseits untersuchen, ob und wie das redaktionelle Digitalgeschäft durch Professionalisierung und Synergien profitabel werden könnte. Weiterhin sollten eine Strategie zur Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle sowie ein Organisationsvorschlag für das künftige Digitalgeschäft erarbeitet werden.


Vorgehen:

In einer Benchmarking-Analyse verglich wdp die Key-Performance-Indikatoren (KPIs) des Kunden mit führenden Verlagshäusern und redaktionellen Angeboten aus dem DACH-Bereich; darunter waren redaktionelle, Reichweiten- und Vermarktungs-KPIs. Basierend auf dem Benchmarking wurde eine Potentialanalyse für den Kunden erstellt und diese mit dem Status Quo abgeglichen. Das hieraus resultierende Delta zeigte deutliches Optimierungspotential auf.

Zur Analyse der internen Assets wurden in etwa 30 Interviews mit Mitarbeitern aus dem Digitalbereich die internen Prozesse und strategischen Vorstellungen abgefragt. Hierbei stellte sich heraus, dass viele Bereiche unter unklarer Führung, fehlenden Prozessen und einer mangelnden Zielsetzung litten. Die interne Konkurrenz zwischen den analogen Zeitungsorganisationen überschattete auch das Digitalgeschäft, so dass sinnvolle Synergien nicht genutzt wurden.

Dank der Analyse von wdp gelang es uns, eine gemeinsame Sicht auf unsere einzelnen digitalen Geschäftsbereiche und deren Perspektiven zu entwickeln. Unser Haus erhielt dadurch den notwendigen Anstoß für ein effizientere Neuaufstellung des gesamten Digitalbereichs.

Basierend auf der internen und externen Analyse erstellte wdp eine strategische Empfehlung für eine klare organisatorische Trennung zwischen dem digitalen Publishing-Geschäft und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Für das Publishing-Geschäft wurde mit dem Zielbild einer „schwarzen Null“ eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, die sowohl Kostensenkungen als auch Maßnahmen zur Erlössteigerung enthielten. Gleichzeitig entwickelte wdp einen strukturierten Ansatz zum organischen und anorganischen Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle, die unabhängig von den existierenden Redaktionsangeboten strategisch relevantes Umsatz- und Gewinnpotential aufwiesen.

Projektergebnis und Kundennutzen:

Dem Kunden stand mit der wdp-Analyse erstmals eine klare und unverstellte Perspektive für die einzelnen digitalen Geschäftsbereiche zur Verfügung. Die klare strategische Trennung zwischen digitalem Publishing-Geschäft und eigenständigen Geschäftsmodellen ermöglichte der Geschäftsführung und den Gesellschaftern, die Prioritäten und strategischen Vorgaben der einzelnen Bereiche neu zu ordnen.

Aufgrund der transparenten Darstellung der bisherigen Ineffizienzen wurden die bis dato unkooperativen Zeitungsorganisationen dazu bewegt, im Publishing-Geschäft Synergien zu heben. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sollte aus den Zeitungsorganisationen herausgelöst und in eigenständige Abteilung übertragen werden.

Insgesamt wurde die wdp-Analyse als Meilenstein zur strategischen Neuaufstellung des gesamten Digitalgeschäfts bewertet.

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